Die Ausbildung vom Hofjägerchen zum Hofjäger

Ich züchte seit 1990 Deutsch Drahthaar. Seit 1991 bilde ich erfolgreich diese Rasse aus. Mit vielen Höhen und Tiefen, aber auch mit sehr schönen Erfolgen. Bislang habe ich 11 Hunde (verschiedene Rassen) auf VGP geführt, fünf davon im I. Preis.

Mit der Ausbildung der Welpen beginne ich schon recht früh. Schon mit 6 Wochen fange ich an, die Welpen mit ihren Namen zu rufen, aber auch schon an die Hundepfeife zu gewöhnen. Dann, mit 8 Wochen folgt "Sitz" und "Platz". Je eher man mit der Ausbildung anfängt, um so leichter hat man es. Ebenso trifft dieses auch auf das Vorstehen zu. Man kann die angewölfte Anlage "herauskitzeln", in dem man mit einer sogen. Reizangel den Welpen animiert, vorzustehen und nachzuziehen. Ein Hündchen kann man biegen, einen Hund nicht so leicht.


Reizende Uschi mit Reizangel

Das Apportieren beginne ich allerdings erst nach dem Zahnwechsel. Hier wird mit dem Apportierblock konsequent begonnen. Als Zeitvorgabe gebe ich mir ca. 3 Wochen. In diesen 3 Wochen übe ich regelmäßig 3 mal täglich á 15 Min. Oberste Priorität hat es, daß das Geübte immer mit einem Erfolg abgeschlossen wird. Ganz wichtig - nicht vergessen, den Hund zu loben, denn hellsehen kann er nicht und unsere Sprache kann er auch nicht verstehen. Also, nur über Gestik und einem netten Tonfall bei einer erfolgreichen Übung weiß der junge Hund, daß er es gut gemacht hat. Allerdings muß er auch getadelt werden, sobald er nicht richtig arbeitet. Das Wichtigste ist die Konsequenz (fällt mir auch nicht immer so leicht). Nach diesen 3 Wochen kann der Hund auf Kommando alles apportieren, was ich möchte. Das Fach Apportieren ist das wichtigste Fach. Hier treffen Gehorsam und Bringewillen zusammen. Auch wird während dieser 3 Wochen Gehorsam, aber auch Suchen und Ablegen auf Trillerhalt geübt. Dann, sobald der junge Hund im Apportieren mit dem Block durchgearbeitet ist, wird mit totem Wild begonnen. Erst mit dem toten Kannickel, dann mit der toten Ente. Wenn auch diese Arbeiten sicher sitzen, beginne ich mit den Schleppen. Erst kurz - dann immer etwas länger. Dieses ist für mich das schönste Erfolgserlebnis - wenn es klappt und der Hund mit dem Wild im Fang auf mich zukommt und richtig ausgibt. Wenn nicht, wird nachkorrigiert. Im Sommer, wenn es schön warm ist, begeben wir uns ans Wasser. Da der Hund die Ente sicher apportiert - wichtigste Voraussetzung - kann man nun mit der Wasserarbeit beginnen. Die Krönung der Wasserarbeit ist dann die Arbeit an der lebenden Ente.


"Cora vom Jagdhof" bei der Arbeit.

Ich persönlich führe die Hunde jeweils auf der Jugendsuche, eine reine Anlagenprüfung mit Hasenspur, Führigkeit, Nase, Suche und Vorstehe, dann folgt die Herbstzuchtprüfung mit den vorgenannten Anlagenfächern von der Jugendsuche und der Wasserarbeit sowie den Haar- und Federwildschleppen.

Die Krönung der Prüfungen ist die Verbandsgebrauchsprüfung. Sie besteht aus über 30 Prüfungsfächern und wird auch als Meisterprüfung bezeichnet. Mit dieser Prüfung ist der Hund dann ebenfalls ein "brauchbarer Jagdhund".

Man kann den jungen Drahthaar, aber auch den älteren, auf der Jagdeignungsprüfung, der sogen. Brauchbarkeitsprüfung führen. Mit Bestehen dieser Prüfung ist er dann ein brauchbarer Jagdhund.

Es gibt noch einige weitere Prüfungen, wie z. B. die Bringtreue (siehe Bild rechts) und die Verbandsschweißprüfungen.


"Bringtreue-Prüfung"